Sonderausstellung „Glas 1990. Eine Branche in der Transformation – die ostdeutsche Glasindustrie in den ‚Treuhandjahren‘"

Zeit: 28. Juni 2020 | 15:00 Uhr
Ort: Haus am Hüttenbahnhof | Museumsdorf Baruther Glashütte | Hüttenweg 20 | 15837 Baruth/Mark


Eröffnung am 28.6.2020, 15 Uhr Glasstudio und anschließend Sonderausstellungsraum im Museum Baruther Glashütte (Hüttenbahnhof)

Das Museum Baruther Glashütte widmet sich, 30 Jahre nach Gründung der „Treuhand-Anstalt“ einem aktuell viel diskutierten Thema, das voller Emotionen und Stereotype steckt: Die Privatisierung volkseigener Betriebe und Kombinate durch die Treuhand und ihre Nachfolgeorganisationen.

Die Ausstellung präsentiert etwa 200 Gläser, Archivalien, Grafiken und zwei Projektionen. Gleichwohl ihr Schwerpunkt auf der Glasindustrie, Ihren Beschäftigten, ihren Produkten und ihrer Kultur liegt, vermittelt die Sonderausstellung auch die grundlegende wirtschaftliche und gesellschaftliche Umwandlung, die zuletzt auch als »große Transformation« gewertet wurde und eine »Einheitskrise« bewirkte.

Ein auf die Glas-Branche fokussierter Blick soll sich auf die Jahre des Umbruches um 1990 mit Schwerpunkt auf Brandenburg und Sachsen mit den früheren Bezirken Cottbus und Dresden richten. Betriebe, die besonders in den Blick genommen werden, sind die Glaswerke Döbern, Großräschen, Langewiesen, Ottendorf, Reichenbach, Rietschen, Schwepnitz, Tschernitz und Weißwasser.

Es wurden ausgewählte Quellen aus dem Bundesarchiv aus dem Bestand der Treuhandanstalt und aus dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv gesichtet, wenngleich diese Forschung auch angesichts der Archivschließungen im März und Mai noch nicht abgeschlossen werden konnten.

Durch großzügige Leihgaben von Siegfried Kohlschmidt, Birgit + Dieter Schaich, dem Glasmuseum Weißwasser und anderen können wir sowohl ausgewählte Gläser der volkseigenen mitteldeutschen Glashütten als auch solche der ab 1990 privatisierten Betriebe vorstellen. Hierdurch wird die vielfach gestalterisch hohe Qualität der ostdeutschen Glasindustrie bis 1989 deutlich. Bildpräsentationen und Grafiken sollen die Betriebsgrößen, Namen von Gestalterinnen und Gestaltern sowie Produktionsmengen vermitteln.

Statt einen Katalog zu erstellen, hat das Glashütter Museumsteam mit Georg Goes, Samira Quanz und Anna Rohr die Exponate auf der Internetplattform »Museum-Digital« digitalisiert und kommentiert.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 28.6.2020, um 15 Uhr eröffnet. Um die Abstandsregeln zu wahren, erfolgen Dank und Einführung auf der Tribüne im Glasstudio in der Ofenhalle der Neuen Hütte, bevor die Eröffnungsgesellschaft in Kleingruppen die Exponate in Augenschein nimmt.

Zwei Vorträge sind Teil eines Rahmenprogramms: Am 5.9.2020, 15 Uhr, wird Dr. des. Wolfgang-Rüdiger Knoll, Institut für Zeitgeschichte, einen Vortrag halten zum Thema
»Zwischen Abbruch und Aufbruch: »Neue Forschungen zur Geschichte der Treuhandanstalt in Brandenburg zwischen 1990-1994« halten.

Am 3.10.2020, 15 Uhr trägt Museumsleiter Georg Goes zu den Forschungen über die Glasindustrie anhand der Treuhand-Akten im Bundesarchiv vor.

Die Ausstellung wird gefördert durch den Landkreis Teltow-Fläming, die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, sowie den Museumsverein und die Heimatstiftung Glashütte.

 

Flyer