Schwerpunktübergreifendes Studium

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Naturwissenschaftliche Grundlagen

Allen Schwerpunkten gemeinsam ist die Vermittlung nicht nur kulturhistorischer, sondern auch fundierter naturwissenschaftlicher Grundlagen. Nur durch die klare Einordnung von Bindemitteln, Kunststoffen, Metallen und anderen Werkstoffen und fundierte Kenntnisse über deren Aufbau und Zerfallsprozesse können diese Materialien sachgerecht erhalten werden. Das notwendige Wissen wird theoretisch und in praktischen Laborübungen vermittelt.

  • In der Basisstufe (1. und 2. Semester) liegt das Hauptaugenmerk auf Chemie und Werkstoffkunde.
  • In der Vertiefungsstufe geht es v.a. um die kulturhistorische Bedeutung und Analyse anorganischer und organischer Materialien. Wählen Sie den Studienschwerpunkt "Grabungstechnik — Feldarchäologie", erwerben Sie in der Vertiefungsstufe Kenntnisse in geophysikalischer Prospektion und Archäozoologie und -botanik.

Analytik von anorganischen und organischen Materialien

Pigmente, Bindemittel, Kunststoffe, Metalle und Baustoffe werden auf ihre Bestandteile und chemischen Verbindungen hin untersucht. Sowohl klassische als auch moderne, v.a. zerstörungsarme bzw. -freie Verfahren der chemischen Analytik finden dabei Anwendung. Eine bedeutende Rolle spielen naturwissenschaftliche Aspekte beim Einsatz zeitgemäßer Methoden und Materialien in der Restaurierung und Konservierung. Dazu gehören Versuchsreihen zur Entsalzung archäologischer Funde oder Untersuchungen zur Anwendbarkeit neuer Festigungsmitteln an Keramiken. Im Bereich der archäologischen Funde und der Ausgrabungen geben naturwissenschaftliche Untersuchungen oft wertvolle Hinweise zur zeitlichen Einordnung und zur der Bestimmung der Herkunft der Objekte.

Instrumentelle Analytik am Kunst- und Kulturgut

Der Forderung nach weitgehend zerstörungsfreien Untersuchungen an Kunst- und Kulturgut wird im Studiengang durch moderne instrumentelle Analysenverfahren entsprochen. Dazu gehören:

  • die Fourier-Transformations-Infrarotspektroskopie (FTIR) in ATR-Technik, mit der Materialien für Klebstoffe, Bindemittel, Filmmaterialien usw. durch Abgleich mit umfassenden Datenbanken analysiert werden kann.
  • Zur zerstörungsfreien Elementanalyse an Metallobjekten, Keramiken, Gläsern, Pigmenten und zahlreichen weiteren Materialien dienen die transportablen Röntgenfluoreszenzspektrometer ARTAX 400 und TRACER. Entsprechende Untersuchungen finden im Untersuchungslabor, bei schwer transportablen Objekten auch direkt vor Ort statt.
  • die Thermoanalyse, mit der moderne Materialien wie Kunststoffe und Gummimaterialien, besonders wenn diese abgebaut oder gealtert sind, analysiert werden können. Mit Hilfe der Thermogravimetrie (TG) sowie der Differentialthermoanalyse (DTA) können derartige und weitere Materialien durch Aufheizen bis 1100°C untersucht werden.