Archäologisch-Historisches Kulturgut (AHK)

Inhalte des Schwerpunktes

Archäologisches Kulturgut sind alle im Boden und dem Wasser gelagerten Objekte der Vergangenheit. Sie können Jahrtausende alt sein aber auch aus jüngster Vergangenheit stammen und aus allen Gegenden der Welt kommen.

Im Studiengang ergibt die enge Verzahnung mit dem Studienschwerpunkt Grabungstechnik eine günstige und beabsichtigte Kombination fachlich ineinander und übergreifender Gebiete, die durch die Ausgrabungen direkt miteinander verbunden sind.

Was den Schwerpunkt darüber hinaus interessant und flexibel macht, ist seine zwanglose Ausweitung in die Bereiche Ethnologie und Kunstgewerbe. Hier wird deutlich, wie wenig eng die fachlichen Grenzen auf dem Gebiet der Konservierung und Restaurierung von Objekten zu ziehen sind.

Keinesfalls bedeutet die Spezialisierung auf archäologisches und historisches Kulturgut eine Einengung auf einen eng begrenzten Methodenkanon. Diese wäre eher dem archäologisch - kulturhistorischen Arbeitsfeld geschuldet, dass in archäologischen Museen angesiedelt ist. Methodisch ist eine Transzendenz durch alle restauratorischen Fachgebiete und Methoden erwünscht, die, wie in anderen Wissenschaften auch, sich der Ansätze und Methoden bedient, die für bestimmte Fragestellungen adäquat anwendbar sind.

 

Berufsbild als Restaurator für Archäolgisch-Historisches Kulturgut

Ein fortführendes Master-Studium ermöglicht die intensive Auseinandersetzung und Erforschung einer selbst gewählten, häufig im Bachelor-Studium bereits fokussierten spezifischen Problemstellung für die Bewahrung von Objekten.

Das Studium bildet qualifizierte Generalisten heran, die in der Lage sind, entsprechend der jeweiligen Aufgabenstellung und des jeweiligen Objektes mit wissenschaftlicher und restauratorischer Methodik alle Fragen und Probleme zu erfassen, zu analysieren und zu erforschen, um dann geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der uns anvertrauten Kulturgüter zu entwickeln. Damit werden sie zu kompetenten Partnern des Archäologen und Historikers, der mithilfe seiner Wissenschaft einen wesentlichen Teil zum Fortschritt der Forschung beitragen kann. Generalisten in der Restaurierung sind nicht minder qualifiziert sondern nur weniger spezialisiert.

Das heißt: weg von zu starker Spezialisierung auf einzelne Materialien oder Materialgruppen im Studium, hin zu den Anforderungen, die Bodenfunde in ihrer Komplexität und ihrer Kombination aus unterschiedlichen Materialien an eine Bearbeitung stellen. Eine Spezialisierung erfolgt optimalerweise, wie in den meisten anderen Berufen auch, im Anschluss an das Studium - also im Verlauf der Berufsausübung, gemäß den Anforderungen und Möglichkeiten der jeweiligen Institution, in der man tätig ist.

  • Fast alle Restaurierungsarbeiten werden mithilfe des Stereomikroskops durchgeführt, um kleinste Details der Objektoberfläche zu erfassen (Foto: S. Puille)
  • Studierende bei der Restaurierung ihrer Semesterobjekte (Foto: S. Puille)
  • Archäologisches Glas (Foto: Marianne Landvoigt)
  • Keilschrifttafel aus Ton aus der Institutssammlung der Altorientalistik der Freien Universität Berlin
  • Totenhaube aus Samt und Seide
  • Bronzeobjekt