Archäologisch-Historisches Kulturgut (AHK)

Was sich unter der Erde oder im Wasser finden lässt, kann im Vorfeld oft schwer beurteilt werden. Barocke Schuhe, antike Keramiken oder Textilreste – viele Objekte befinden sich bereits im Zustand fortgeschrittenen Zerfalls, bergen aber noch immer eine große Menge Informationen in sich. Die Studierenden des Schwerpunkts AHK lernen, die beschädigte Substanz zu erhalten und sich durch naturwissenschaftliche und konservatorische Methoden ihren Informationsgehalt zu erschließen. Wo nichts mehr zu retten ist, geht es um die Dokumentation und damit den virtuellen Erhalt des Objekts. Die Ausbildung in Bezug auf alle Materialgruppen und Epochen vermittelt Einblicke auch in verwandte Tätigkeitsbereiche und ermöglicht den Studierenden die unverzichtbare Zusammenarbeit beispielsweise mit Archäologen und Naturwissenschaftlern.

  • Fast alle Restaurierungsarbeiten werden mithilfe des Stereomikroskops durchgeführt, um kleinste Details der Objektoberfläche zu erfassen (Foto: S. Puille)
  • Bronzeobjekt
  • Archäologisches Glas (Foto: Marianne Landvoigt)

Berufsbild

Ein fortführendes Master-Studium ermöglicht die intensive Auseinandersetzung und Erforschung einer selbst gewählten, häufig im Bachelor-Studium bereits fokussierten spezifischen Problemstellung für die Bewahrung von Objekten. Das Studium bildet qualifizierte Generalisten heran, die in der Lage sind, entsprechend der jeweiligen Aufgabenstellung und des jeweiligen Objektes mit wissenschaftlicher und restauratorischer Methodik alle Fragen und Probleme zu erfassen, zu analysieren und zu erforschen, um dann geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der uns anvertrauten Kulturgüter zu entwickeln. Damit werden sie zu kompetenten Partnern des Archäologen und Historikers, der mithilfe seiner Wissenschaft einen wesentlichen Teil zum Fortschritt der Forschung beitragen kann. Generalisten in der Restaurierung sind nicht minder qualifiziert sondern nur weniger spezialisiert. Das heißt: weg von zu starker Spezialisierung auf einzelne Materialien oder Materialgruppen im Studium, hin zu den Anforderungen, die Bodenfunde in ihrer Komplexität und ihrer Kombination aus unterschiedlichen Materialien an eine Bearbeitung stellen. Eine Spezialisierung erfolgt optimalerweise, wie in den meisten anderen Berufen auch, im Anschluss an das Studium — also im Verlauf der Berufsausübung, gemäß den Anforderungen und Möglichkeiten der jeweiligen Institution, in der man tätig ist.

  • Keilschrifttafel aus Ton aus der Institutssammlung der Altorientalistik der Freien Universität Berlin
  • Totenhaube aus Samt und Seide
  • Studierende bei der Restaurierung ihrer Semesterobjekte (Foto: S. Puille)