FAQs für Bewerber(innen)
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- Warum müssen Restauratoren ein so handwerkliches Fach an der Hochschule studieren?
- Warum müssen Ausgrabungsingenieure ein so handwerkliches Fach an der Hochschule studieren?
- Gibt es in diesem Beruf eine Weiterentwicklung, wenn es doch nur um alte Objekte geht?
- Hilft mir die HTW Berlin dabei, einen Vor-/Praktikumsplatz zu finden?
- Gibt es bestimmte Erfahrungen, die ich im Vorpraktikum unbedingt machen und nachweisen muss?
- Muss ich das Vorpraktikum bei Studienbeginn komplett abgeschlossen haben?
- Chemie und Physik sind nicht so meins – warum muss ich das studieren, wenn ich doch eher mit Kulturgut arbeiten will?
Warum müssen Restauratoren ein so handwerkliches Fach an der Hochschule studieren?
Weil erst das wissenschaftliche Hintergrundwissen Sie befähigt, Ihre späteren Beruf verantwortlich und professionell auszuüben. Der deutsche Verband der Restauratoren gibt an, dass nur ein Hochschulstudium den Restaurator in die Lage versetzt, "ein Objekt von der Voruntersuchung, Analyse und Konzeptentwicklung über die eigentliche Konservierung oder Restaurierung bis hin zur notwendigen Dokumentation und weiterführenden Betreuung zu begleiten." Neben den handwerklichen Fähigkeiten sind auch umfassende materialkundliche (chemische und physikalische) und kulturhistorische Kenntnisse vonnöten. Nur mit diesem Wissen sind Sie in der Lage, die Bedeutung von Objekten im Erhaltungskonzept zu bewerten und das weitere Vorgehen zielführend zu planen und durchzuführen.
Warum müssen Ausgrabungsingenieure ein so handwerkliches Fach an der Hochschule studieren?
Weil sich die Methoden der Vermessung, der dreidimensionalen Erfassung, der archäometrischen Prospektion und die Computerprogramme zur Auswertung in kurzer Zeit rasant entwickeln und verändern. Ohne profunde Kenntnisse sind diese Methoden nicht anwendbar, obwohl sie gerade in Zeiten finanzieller Zwänge notwendig sind, archäologische Fundstätten zu erforschen und zu bewahren.
Gibt es in diesem Beruf eine Weiterentwicklung, wenn es doch nur um alte Objekte geht?
Und wie! Die technischen Entwicklungen wie auch neue Erkenntnisse in der Materialkunde erfordern eine lebenslange Weiterbildung von Restauratoren wie Grabungstechnikern. Nur, weil die Kulturgüter teilweise Jahrtausende alt sind, heißt es nicht, dass die Untersuchungs- und Restaurierungstechniken nicht beständiger Weiterentwicklung unterliegen. Genau das macht die Spannung und den Reiz dieser Berufe aus.
Hilft mir die HTW Berlin dabei, einen Vor-/Praktikumsplatz zu finden?
Der Fachbereich Gestaltung (Fachbereich 5) der HTW Berlin steht in Kontakt mit Museen, Archiven und anderen Institutionen in Berlin und deutschlandweit. So können wir Ansprechpartner vorschlagen und auf Wunsch der Institutionen auch geeignete Studierende wegen eines Praktikums ansprechen. Grundsätzlich aber ist die HTW Berlin keine Praktikumsbörse – und die eigenständige Bewerbung um einen Praktikumsplatz eine wichtige Herausforderung für die Studierenden oder Bewerber. Sie sollten sich daher selbst einen Praktikumsgeber aussuchen, der zu ihnen passt und bei dem sie sich wohlfühlen.
Gibt es bestimmte Erfahrungen, die ich im Vorpraktikum unbedingt machen und nachweisen muss?
Die Erfahrungen und Tätigkeiten des Vorpraktikums müssen selbstverständlich in Bezug zum später gewählten Studienschwerpunkt stehen, also aus dem Bereich Konservierung und Restaurierung oder Grabungstechnik stammen. Mindestens 75 Prozent der Vorpraktikumszeit ist bereits im Schwerpunkt zu leisten. Darüber hinaus sind Kenntnisse über Materialkunde, Dokumentation, die Arbeit in Laboren und Werkstätten, über Arbeitsschutzmaßnahmen und den Umgang mit Archiven, Datenbanken und Bibliotheken wünschenswert – aber keineswegs verpflichtend.
Muss ich das Vorpraktikum bei Studienbeginn komplett abgeschlossen haben?
Zwei Monate können nach Studienbeginn in der vorlesungsfreien Zeit nachgeholt werden. Ferner ist es möglich, bereits erworbene Kenntnisse im Bereich der Konservierung/Restaurierung und Grabungstechnik oder auch in berufsnahen Tätigkeiten anerkennen zu lassen. Hierzu bewertet die Prüfungskommission auf Antrag die anzuerkennende Leistung. Ausnahmen bestehen zudem für Bewerberinnen und Bewerber mit bestimmten beruflichen Ausbildungen, zum Beispiel zum Bauzeichner, zur Kartographin, zum Metallbauer oder zur Schriftsetzerin – diese Ausbildungen können das Vorpraktikum teilweise ersetzen.
Die Zulassungsordnung ermöglicht weiterhin, sich mit zehn absolvierten Praktikumsmonaten zu bewerben; die übrigen acht Wochen müssen dann bis zum Beginn des 3. Studiensemesters in den Semesterferien nachgeholt werden. Die vollständige Liste anerkannter Ausbildungen finden Sie hier.
Chemie und Physik sind nicht so meins – warum muss ich das studieren, wenn ich doch eher mit Kulturgut arbeiten will?
Das Curriculum dieses Bachelor-Programms wurde mit viel Sorgfalt erstellt. Naturwissenschaftliche Module wurden integriert, weil für den verantwortungsvollen Umgang mit Kulturgütern und ihre sachgerechte Behandlung unverzichtbar ist, ihre Zusammensetzung und Zerfallsprozesse zu kennen. Nur so sind die Absolventen in der Lage, die jeweils richtige Konservierungsmethode auszuwählen. In der Basisstufe befassen sich die Studierenden daher mit allgemeiner, anorganischer und organischer Chemie sowie Material- und Werkstoffkunde. In der Spezialisierungsphase kommen bspw. die Analyse anorganischer oder organischer Materialien, die archäometrische Prospektion oder die Paläozoologie hinzu.
